Aburi botanischer Garten Ghana
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Mein erstes Ausflugsziel nähe Accra: Aburi botanischer Garten

Aburi botanischer Garten: Du bist in Accra willst aber mal raus aus der Stadt? Dann bietet sich der botanische Garten in Aburi gerade zu an. Erfahre hier wie du hinkommst, wieviel der Eintritt kostet, was es zu sehen gibt und wie der botanische Garten überhaupt entstanden ist.

Ich bin nun schon knapp einen Monat in Ghana. Allerdings bin ich bisher nur in Accra geblieben. Der Grund: Zuerst musste ich mich hier einleben. Herausfinden wie alles funktioniert. Mich einrichten. Außerdem galt es diesen Ghana Reiseblog aufzubauen. Das alles hat mich Zeit gekostet. Viel Zeit um ehrlich zu sein. Allerdings war es nun eben an der Zeit mal aus der Stadt rauszukommen. Sie hat zwar ihren Reiz und es gibt definitiv viel zu entdecken, dennoch fühlt man sich schnell erschlagen von den neuen Eindrücken. Nach einem Monat wollte ich daher einfach mal raus aus Accra. Mal etwas anderes sehen. Da bot sich Aburi mit seinem botanischen Garten zum Relaxen direkt an.

Allgemeine Informationen

Aburi selbst ist eine kleine Stadt, welche eher an ein Dorf in hübscher Berglage erinnert. Sie liegt circa 400 Meter über dem Meeresspiegel und ist etwa 30 Kilometer von Accra entfernt. Der Name wird „Abri“ ausgesprochen. Das „u“ ist ein stilles „u“.

Der Eintritt betrug zur Zeit meines Aufenthaltes 5 Ghana Cedis. Dies entspricht ungefähr einem Euro. Beachte außerdem, wie fast überall in Ghana wirst du für mitgebrachte Fotoapparate zusätzlich zur Kasse gebeten. Die Kosten liegen hierfür bei etwa 50 Ghana Cedis zusätzlich zum Eintritt. Diese Gebühr kann umgangen werden, wenn man das Gerät beim Eintritt in seinem Rucksack versteckt.

Aburi botanischer Garten Ghana – Geschichte

Bereits 1842 kam in Großbritannien der Vorschlag auf in Ghana einen botanischen Garten aufzubauen. 1875 wurde von der britischen Kolonialregierung in Aburi eine Kurklinik für Offiziere gebaut. Während der Besatzung Ghanas planten die britischen Kolonialherren die Landwirtschaft weiter auszubauen. Ziel war es die damalige Kolonie „British Gold Coast“ unabhängiger zu machen. Infolgedessen hat man nun ab 1891 in Aburi um die Kurklinik herum eine landwirtschaftliche Forschungsstation eingerichtet. Die Bewirtschaftung wurde seinerzeit von der Basler Mission durchgeführt. Aufgrund der Berglage und der günstigen klimatischen Bedingungen hat man sich für Aburi als Standort entschieden. Zudem liegt die Ortschaft nahe der Hauptstadt Accra und der Küstenregion.

Um ein besseres Verständnis für die tropische Landwirtschaft zu entwickeln hat man hauptsächlich Pflanzen aus Zentralamerika und Asien importiert. Insbesondere Mexiko, die Karibik, Malaysia und Indien haben dabei eine große Rolle gespielt. Zunächst wurden in Aburi vor allem Nutzpflanzen wie Kakao, Kola und Kautschuk in Feldversuchen kultiviert. Später wurden auch Zier- und Gewürzpflanzen wie Vanille, Pfeffer, Kardamom und Muskatnuss angebaut. Mit diesem Wissen wurde die Anlage anschließend auch als landwirtschaftliche Lehrstation genutzt. Heute wird der Garten von Einheimischen auch gerne zum Verweilen und Ausspannen vom stressigen Stadtleben genutzt. Darüberhinaus gehört der botanische Garten zu den vielen Sehenswürdigkeiten in Ghana. Übrigens: Aufgrund des Klimas anscheinend auch komplett mosquitofrei. Dies kann ich soweit bestätigen.

Aburi botanischer Garten – wie komme ich hin?

Den botanischen Garten erreichst du zum Beispiel per Trotro oder per Taxi. Die Fahrzeit beträgt etwa eine dreiviertel Stunde. Die Zeit kann je nach Verkehrslage und Abfahrtsort variieren.

Trotro: Die Minibusse fahren Aburi unter anderem von Tema Station in Accra Central oder von Madina Station aus an. Ich persönlich wohnte nahe Madina. Daher lag die Entscheidung auf der Hand. Madina ist ein umtriebiger Ort in der „greater Accra Region“. In der Nähe des Marktplatzes befindet sich auch die „Mainstation“. Von hier aus fahren die Trotros nach Aburi ab. Aber Achtung, wie so oft gibt es auch in Madina gleich mehrere Stationen. Am besten fragst du dich in Madina zur Station nach Aburi durch. Die Menschen dort sind in der Regel sehr hilfsbereit und erklären dir gerne den Weg zum richtigen Abfahrtsort. Von hier aus fährst du bis zur Endstation, ins Zentrum von Aburi. Den botanischen Garten kannst du von der Endstation bequem zu Fuß erreichen (wenige Meter). Die Kosten von Madina nach Aburi betrugen 2 Ghana Cedis (circa 0,50 Euro) je Person und Strecke.

Taxi: Natürlich besteht auch die Möglichkeit sich mit einem „Dropping Taxi“ nach Aburi fahren zu lassen. Als Ziel gibst du „Aburi botanical garden“ an. Beachte, dass die Preise hierfür natürlich entsprechend höher sind und vor Abfahrt immer verhandelt werden müssen. Die Kosten ab Madina: Diese sollten je Taxi und Strecke zwischen 40 und 70 Ghana Cedis (8 – 14 Euro) liegen.

Aburi Botanischer Garten – Attraktionen

Insgesamt hat der Park mehr zu bieten als man auf den ersten Blick erahnen möchte. Ich war zwei mal im Park und habe beim zweiten Mal Dinge entdeckt die ich zuvor nicht gesehen hatte. Daher empfehle ich auch wirklich einen Guide. Dieser kostet vergleichsweise wenig und kann dir auch die verborgenen Geheimnisse des Gartens zeigen. Außerdem unterstützt du damit die lokale Bevölkerung. Am besten sprichst du den Pförtner am Eingang darauf an.

Auf manch ghanaischen Webseiten wird die Schönheit des botanischen Gartens gerne etwas übertrieben. Dort wird der Garten als „one of the most beautiful places on earth“ oder zumindest als „one of the most fascinating places in Ghana“ beschrieben. Die Anlage bietet wirklich einiges zu sehen. Als faszinierendste Sehenswürdigkeit Ghanas würde ich ihn jedoch nicht bezeichnen. Nichtsdestotrotz ist der Garten einen Tagesausflug allemal wert. Alleine die Fahrt dorthin lohnt sich aufgrund der atemberaubenden Aussicht über Accra. Aus diesem Grund lässt sich ein Besuch des botanischen Gartens auch bestens mit einer Wanderung durch die Berglandschaft in Aburi kombinieren. Weiteres zu anderen Aktivitäten bzw. Sehenswürdigkeiten in Aburi findest du übrigens im Abschnitt „sonstige Aktivitäten“.

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Nachfolgend findest du eine Liste meiner gefundenen Attraktionen im botanischen Garten:

  • verschiedenste tropische Pflanzenarten
  • Silk Cotton Tree
  • Würgefeigenbaum
  • Palmenallee
  • VVIP Garten
  • Vögel und Schmetterlinge
  • Rock Garden
  • Die Pergola oder Lovers Lane
  • Der alte Helikopter
  • Die schlafende Palme
  • alte Koloniale Gebäude
  • Schnitzerbaum

Gleich am Eingang findest du die wohl bekannteste Touristen Attraktion Aburis, die Palmenallee. Imposant ragen dort stolz, riesige alte Palmen aus dem Boden. Insgesamt gibt es noch weitere Alleen im Park. Davon insgesamt zwei Palmenalleen. Am Ende der ersten Allee befindet sich die alte Kurklinik. Diese wurde zum Hotel umgebaut. Dort kann man wohl sogar noch übernachten. Das Gebäude sieht allerdings von außen doch etwas abenteuerlich aus. Man beachte die Balkone. Ganz in der Nähe findet man auch die „schlafende Palme“. Dabei handelt es sich um eine abgesenkte Palme welche sich super als Fotomotiv eignet. Geht man noch ein Stück weiter kommt man zu zwei weiteren Alleen. Wenn du den Wegen etwas weiter folgst, findest du ausserdem noch mehr Gebäude aus der Kolonialzeit.

Mitten im Park gibt es eine weitere, sehr interessante Touristen Attraktion. Weißt du was eine Würgefeige ist? Nein? Ich wusste es bis dato auch nicht. Aber auch das ist eine Sehenswürdigkeit die du auf keinen Fall verpassen solltest. Dabei handelt es sich um einen Baumparasiten. Wenn sich in einer Astgabelung etwas Erde ansammelt und zufällig einer der Samen des Parasiten dort landet, dann ist es um den Baum geschehen. Der Samen keimt dort in luftiger Höhe. Danach steigt die junge Pflanze in die Höhe und wächst über die Krone des Baumes hinaus. In die Tiefe streckt sie ihre Wurzeln aus bis sie schließlich den Boden erreicht. So nimmt die Würgefeige oben dem Baum das lebensspendende Licht und unten klaut sie ihm die Nährstoffe. Am Ende ist der Baum meist komplett von ihr eingehüllt bis er langsam aber sicher stirbt. Danach ist er ein gefundenes Fressen für die zahlreichen Termiten in Ghana. Was danach übrig bleibt ist ein leere Hülle. Es sieht aus wie ein Baum, ist innen aber hohl. Darf ich vorstellen – die Würgefeige.

Unter einem VVIP Garten kannst du dir nicht viel vorstellen? Da haben sich ein paar schlaue Leute eine weitere Sehenswürdigkeit einfallen lassen. In diesem Garten haben verschiedene internationale Persönlichkeiten einen Pflanze gepflanzt. Darunter auch 1924 Queen Elizabeth II sowie 1977 Prince Charles.

Ebenfalls in der Nähe des Eingangs befindet sich der alte Hubschrauber. Auch wenn man ihn hier mit Sicherheit nicht erwartet so hat er doch auch seine Daseinsberechtigung. Auch er eignet sich super als Fotomotiv. Aber auch bei Kindern ist dieser überaus beliebt. Ganz in der Nähe des alten Hubschraubers befindet sich auch eine Pergola welche auch liebevoll Lovers Lane genannt wird. Dabei handelt es sich um einen Weg welcher von Blumen umrankt und überdacht wird. Natürlich bestens geeignet für frisch verliebte Paare. Aber auch alle anderen nutzen die Lovers Lane gerne.

Natürlich darf man die vielen verschiedenen tropischen importierten Pflanzen nicht vergessen. Die meisten sind beschildert. Auf der Beschilderung findest du die korrekte lateinische Bezeichnung der jeweiligen Pflanze. Wenn du einen Guide gebucht hast, dann erklärt er dir gerne die einzelnen Pflanzen. Ziemlich faszinierend fand ich außerdem den riesigen Kapokbaum, welcher auch oft white Silk-Cotton-Tree genannt wird. Dieser soll auch schon vor der Zeit des Gartens hier heimisch gewesen sein. Mit bis zu 75 Metern Höhe zählt er zu den größten Bäumen Westafrikas. Auffällig ragt er oft aus der Ghanaischen Landschaft heraus. Als wolle er sich von all den anderen Pflanzen abheben. Doch Vorsicht, im Jugendalter besitzt der Baum viele Dornen an seiner Rinde. Diese verschwinden jedoch mit zunehmenden Alter.

Neben der Pflanzenwelt soll sich auch ein Schnitzerbaum im Garten befindet. Dabei handelt es sich um einen abgestorbenen Baum welcher komplett mit schönen Schnitzereien verziert wurde. Bilder davon konnte ich im Internet viele finden. Gesehen habe ich ihn leider nicht, den Schnitzerbaum. Auch nicht gesehen oder eventuell nicht wahrgenommen habe ich den Steingarten und die vielen Schmetterlinge sowie Vögel die es hier geben soll.

Sonstige Aktivitäten in Aburi

Die gesamte Fläche (circa 65 ha) des Gartens ist zwar recht groß, jedoch ist nur ein Bruchteil (circa 1,2 ha) davon tatsächlich als Park angelegt. Es kann also gut sein, dass du nach deinem Aufenthalt im Park noch etwas Zeit hast. Wer also nach einem Besuch noch Zeit und Lust hat, dem empfehle ich Aburi samt umliegender Berge zu erkunden. Aufgrund des milden Klimas lässt sich die attraktive Berglandschaft um Aburi ideal zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken. Dies hat sich wohl auch ein geschäftstüchtiger Ghanaer gedacht. Dieser hat zusammen mit einem Schweizer neben dem Eingang des botanischen Gartens einen Fahrradleihservice eröffnet. Dort bekommst du auch weitere Informationen und Kartenmaterial zu verschiedenen Routen um Aburi. Es werden die Fahrräder alleine oder aber als mit Führer als komplette Tour angeboten. Touren von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen sind verfügbar. Die dazugehörige Webseite sowie Kontakte findest du hier.

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Wer sich für Afrikanische Schnitzkunst interessiert ist in im Craft Market genau richtig. Dort findest du wunderschöne Holzschnitzereien „made in Ghana“.  Darunter befinden sich Holzmasken, Holzstatuen sowie verzierte Trommeln und andere schöne handgefertigte Dinge. Die kleinen Kunstwerke sind zwar auch in Accra zu finden, in Aburi jedoch sind sie wesentlich günstiger zu haben.

Mitten drin statt nur dabei. Zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes fand jeden Samstags auf der kurvenreichen Straße von Accra nach Aburi ein Marathon statt. Gestartet wird in Ayi Mensah am Fuße des Berges. Ideal wenn du dich etwas sportlich betätigen möchtest. Außerdem kannst du dich dort direkt am Ghanaischen Leben beteiligen und schnell Freundschaften schließen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jeder kann spontan teilnehmen. Weitere Informationen zu dem Marathon findest du auch auf folgender Webseite.

Übrigens: Nachts kann es in den Aburi Bergen schon mal auf unter 17 Grad kalt werden.

Unterkünfte in Aburi

Wem der eine Tag nicht ausreicht oder wer Aburi nur als Zwischenstation nutzen möchte der findet dort auch eine handvoll Unterkünfte von günstig bis Luxuriös. Ich persönlich war leider in keinem der dortigen Unterkünfte. Die Folgenden Unterkünfte habe ich dort für euch gefunden:

€€€€ Peduase Valley resort
€€€ Hillburi Restaurant
€€€ The Lansdown
€€ Little Acre Hotel
€€ KoramaLodge
€€ Maasankofah Hotel
Sweet Mother Eco Resort
Olyander Hotel
Botanical Garden Resthouse

Essen in Aburi

Auf dem Weg von Accra nach Aburi siehst du überall kleine Restaurants entlang der Straße. Die einen sehr günstig, die andere etwas gehobener. Von internationalen Gerichten bis zum traditionellen Fufu ist alles auf der Speisekarte. Auch dazu bin ich leider nicht gekommen. Jedoch habe ich ein paar wirklich schöne Restaurants auf dieser Strecke gesehen, die es mit Sicherheit wert sind ausprobiert zu werden.

Wer direkt im Park essen möchte der findet dort zwei Restaurants: Die Rose Plot Cafeteria und das Royal Botanical Gardens Restaurant. In letzterem habe ich bei meinem zweiten Besuch gegessen. Bei meinem ersten Besuch habe ich im Park gepicknickt. Beides kann ich sehr empfehlen. Wer die Möglichkeit hat, kann sich beispielsweise von seinem Lieblingsrestaurant sein Essen mitbringen. Der botanische Garten lädt mit seinen grünen Wiesen und gemütlichen Bänken geradezu dazu ein. Alternativ kann ich das Essen im Royal Botanical Garden Restaurant wirklich empfehlen. Das Essen dort hat gut geschmeckt und war preislich bezahlbar. ABER: Bevor du bestellst solltest du fragen was auf der Karte verfügbar ist. Denn bei meinem Besuch dort musste ich zwei mal umbestellen da beides nicht verfügbar war. Am Ende hat sich herausgestellt, dass nur rund 25% der Karte verfügbar war. Nicht nur geschmacklich kann ich das Restaurant im Park empfehlen. Auch die Lage inmitten des Dschungels unter kleinen schattigen Dächern ist schön gelegen und lädt zum Verweilen ein. Noch etwas günstiger soll die Rose Plot Cafeteria sein. Diese befindet sich direkt neben dem Hotel, dem Botanical Garden Resthouse. Getestet habe ich dieses jedoch nicht.

FAZIT – Aburi Botanischer Garten

Der botanische Garten ist definitiv sehenswert und einen Tagesausflug wert. Es gibt einiges zu entdecken und nebenbei kann man sich dort bei dem milden Klima wunderbar erholen. Neben dem Garten ist aber auch die komplette Berglandschaft um Aburi sehr sehenswert. Alleine die Fahrt dorthin wird mit einer unglaublichen Aussicht auf Tema und Accra belohnt. Außerdem kann man auf dem Weg noch einen Craft Market mit schönen Schnitzereien besuchen. Dort kann günstig Ghanaische Kunst erstanden werden.

Hat dir mein Artikel geholfen? Hast du eventuell eines der Restaurants auf dem Weg zum Park besucht und getestet? Oder hast du eines der Unterkünfte gebucht? Dann schreib mir bitte gerne hier im Kommentarfeld.

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