Restaurant in einem ausgedienten Flugzeug.
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Akwaaba – Willkommen in Afrika – Ankunft am Flughafen Accra in Ghana

Akwaaba – heißt „Willkommen“ in Akan. Akan? Nicht Ghanaisch? Ghana ist wie die meisten afrikanischen Länder ein Vielvölkerstaat. DIE ghanaische Sprache gibt es also nicht. Aber Akan kommt wohl am ehesten dafür in Frage. Sie ist einer der meist gesprochenen Sprachen in Ghana. Eine andere sehr häufig genutzte Sprache, noch aus der Kolonialzeit, ist Englisch. Damit kommt man hier eigentlich immer weiter.

Ladies and gentlemen welcome to Accra Kotoka International Airport (ACC) … , ertönt es aus den Lautsprechern des Flugzeugs. Juhu endlich in Accra angekommen, dachte ich mir. Endlich wieder Land unter den Füßen. Die Flugzeit nach Ghana über Spanien betrug gute 7,5 Stunden. Rechnet man die Wartezeit mit ein dauerte die komplette Reise nach Ghana etwa 13 Stunden. Danach waren Jana und ich doch etwas erschöpft. Jana ist übrigens die nette Dame die ich während des Flugs nach Ghana kennenlernte.

Als sich die Türen des Flugzeugs öffnen begann das übliche Gedränge. Kurz vor dem Ausstieg konnte ich sie schon spüren, die warme afrikanische Luft. Da es im Flugzeug etwas kühl war kam mir das sehr entgegen. Mit 16 Jahren bin ich übrigens das erste mal in Afrika südlich der Sahara gelandet. Damals in Dakar, der Hauptstadt Senegals. Dort war es noch extremer. Man steigt aus und sofort kommt einem diese schwüle muffige Luft mit dem typischen Geruch entgegen. Zuerst etwas ungewöhnlich hatte ich diesen später daheim sogar vermisst. Hier in Ghana ist er leider nicht ganz so stark ausgeprägt. Vielleicht kommt das aber auch auf die Jahreszeit an. Das kann ich bisher noch nicht beurteilen.

Ankunft am Flughafen Accra

Netterweise parkte das Flugzeug quasi direkt vor dem Flughafengebäude. Was für ein Service. Lange gehen mussten wir also nicht. Als wir das Gebäude betraten wurde Jana plötzlich nervös. Was denn los sei, fragte ich sie. Sie meinte sie sei sich nicht sicher ob sie ihren Impfpass aus Deutschland mitgenommen hatte. Das wird doch keine Probleme verursachen, dachte ich mir noch. Bevor ich mir weitere Gedanken machen konnte sah ich die Gefahr auch bereits lauern. Zwei Damen wollten von allen Passagieren den Impfpass sehen. Und schon winkte uns eine zu sich rüber. Zum Glück hatte ich all meine wichtigen Dokumente griffbereit, auch meinen Impfpass. Meine nette Flugbegleitung leider nicht. Wie befürchtet hatte sie ihn in Deutschland vergessen. Dank WhatsApp aber kein Problem. Ein kurzer Anruf in Deutschland und wenige Minuten später landete das Foto mit der Gelbfieberimpfung auf ihrem Handy. Neben dem Impfpass wird auch die Temperatur kontrolliert. Eine Überwachungskamera zeigt hierzu die Person in unterschiedlichen Farben auf dem Bildschirm an. Dies ist vor allem seit Ebola an vielen Flughäfen üblich. Dank der strikten Grenzkontrollen hat es Ebola zum Glück nie bis nach Ghana geschafft. Wir dagegen schon!

Puh und die erste Hürde hatten wir somit hinter uns. Doch die zweite kam so gleich: die Pass- und Einreisekontrolle. Bei der Beantragung des Visums muss man alle möglichen Daten an die ghanaische Botschaft in Berlin übermitteln. Als Aufenthaltsort gibt man als Tourist üblicherweise die Hoteladresse an. Jedoch bin ich mehr der Backpacker und weniger der übliche Tourist. Wo und wie lange ich an einem Ort bleibe, möchte ich spontan entscheiden. Deshalb hatte ich über booking.com einfach irgendein ein Hotel in Accra gebucht und nach Erhalt des Visums ganz unkompliziert wieder storniert. Die Adresse des Hotels hatte ich daher nicht dabei. Ich dachte ich brauche sie nicht mehr. Dumm nur, dass man trotz erhaltenem Visum vor der Einreise nach Ghana noch einmal alle Daten in Form eines Einreiseformulars abgeben muss. Also auch den geplanten Aufenthaltsort in Accra. Mist, daran hatte ich nicht gedacht. Eine Lösung musste her und zwar schnell. Zum Glück war immer noch Jana bei mir. Sie hatte mir ihre Adresse gezeigt. Anhand dem Format konnte ich mir dann eine eigene Adresse basteln. Hoffentlich prüfen die das hier in Ghana nicht, war mein erster Gedanke. Aber … alles musste ausgefüllt werden. Selbst den Beruf muss man eintragen, darauf bestand die Dame am Schalter in Accra. Bis auf meine persönlichen Daten aus dem Pass wurde aber nichts weiter auf seine Richtigkeit überprüft. Wieder Glück gehabt.

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Nachdem ich das Einreiseformular abgegeben hatte wurde noch der Reisepass kontrolliert. Vor allem auf das Visum hatte die Dame es abgesehen. Ich hatte mich bei der Ghana Embassy Berlin für ein Multi Entry Visum mit 6 Monate Aufenthalt beworben. Diese wurden mir auch bewilligt. Doch die Dame hat dann einfach aus den sechs, zwei Monate gemacht. Dies scheint hier in Ghana aber gängige Praxis zu sein. Aber auch andere afrikanische Länder, wie beispielsweise Nigeria, scheinen das so zu handhaben. Dementsprechend musste ich vor kurzem mein Ghana Visum beim Ghana Immigration Service wieder verlängern lassen. Nach der Reisepasskontrolle wurden außerdem meine Fingerabdrücke und ein Foto von mir gespeichert.

Wer übrigens Hilfe beim Antrag für ein Ghana Visum benötigt, bitte hier klicken: Ghana Visum beantragen – wie mache ich es richtig?

 

Merke: Folgende Unterlagen benötigst du am Flughafen Accra vor der Einreise nach Ghana:

  • Reisepass
  • Impfpass
  • Adresse deines Aufenthaltsortes (z.B. deines Hotels)
  • Gepäckschein

In Deutschland wird der Gepäckschein meist nicht überprüft. In anderen Ländern dagegen schon. Diesen Schein erhält man nach der Gepäckaufgabe am Schalter. Dort wird zunächst ein Streifen Papier an deinem Gepäck befestigt. Darauf steht unter anderem wohin dein Gepäck geht. Von diesem Streifen wird eine Art Quittung (Gepäckschein) abgerissen. Diese wird für gewöhnlich auf das Flugticket geklebt. Diese Quittung gilt als Nachweis dafür, dass das Gepäck das du aus dem Flughafen trägst auch wirklich dir gehört. Beim letzten mal wurde die Nummer nicht geprüft. Jedoch hatte ich den Fall schon. Wenn man den Schein dann nicht vorweisen kann, darf man das Gepäck nicht so ohne Weiteres mitnehmen.


 

  Ghana - was hat mich nur hier her verschlagen?

Nachdem wir auch die zweite Hürde passiert hatten ging es weiter zur Gepäckausgabe. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Flughafen seit 2014 umgebaut wurde. Er wirkt nun wesentlich moderner, aufgeräumter und freundlicher. Nicht mehr so abenteuerlich und chaotisch wie  noch zwei Jahre zuvor. Damals bin ich das erste mal nach Ghana gereist. Was ich damals alles erlebt habe und wie es dazu gekommen ist werde ich in einem anderen Artikel schreiben. Nach der Gepäckausgabe ging es dann weiter zum Ausgang. Dort wartete auch schon sehnsüchtig der Freund von Jana. Auf mich hingegen wartete ein Freund den ich schon 2014 kennengelernt hatte. Sein Name ist Perry.

Kurz und schmerzlos haben wir uns von Jana und ihrem Freund verabschiedet. Viel Zeit blieb uns nämlich nicht. Denn Perry hatte sich das Auto seiner Schwester geliehen um mich vom Flughafen abzuholen. Aber das Parken kostet wie überall auch hier Geld. Das Auto ist ein VW Passat, noch nicht so alt. Mitten auf einer vielbefahrenen Straße gab es dann sehr laute Klopfgeräusche von sich. Oje auch das noch, wir konnten nicht mehr weiterfahren. Mit letzter Kraft quälte sich das Auto rumpelnd zur nächsten Tankstelle. Dort stellten wir es ab. Ein netter Fahrer aus Accra nahm uns dann per Anhalter bis zu unserer Unterkunft mit. Unterwegs erzählte er uns, dass er sogar schon in Deutschland war und es ihm sehr gefallen hat. Für die erste Zeit konnte ich bei einem Freund von Perry unterkommen. Dieser hatte noch ein freies Zimmer für mich. Auch er war schon in Deutschland, hat dort sogar studiert. Nun arbeitet er für eine große, bekannte deutsche Firma hier in Ghana. Spät in der Nacht kamen wir dann endlich bei ihm an.

Du kannst dir sicher vorstellen, ich war glücklich und zufrieden aber auch ziemlich K.O. Nach all dem Erlebten bin ich dann einfach nur ins Bett gefallen und ziemlich schnell eingeschlafen.

Mein Ghana Abenteuer hat begonnen.

Dein Ben Diaz – travelcap.de

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